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Vereinsgründung 1908

Im Zug der Änderung unserer Satzung musste der Nachweis erbracht werden, dass unser Verein 1908 gegründet worden war. Simon Teufel hat daraufhin den Text aus dem ersten und zweiten Protokoll des damaligen Schriftführers Franz Gauggel zum Teil mit einer Software von der altdeutschen Schrift in unsere Schrift übersetzt. Es sind leider kleinere Bereiche vorhanden, die nicht eindeutig entziffert werden konnen, auch nicht von unserer älteren Generation aus Inneringen nicht.

Unser Verein wurde am 13. Januar 1908 als Obstbauverein Inneringen gegründet. Anlass war der Vortrag eines Landespomologen, der vom Lehrer Stauss organisiert wurde, er fand im damaligen Gasthaus Sonne (heute Adler) statt. Der Referent hatte in verständlicher Weise den Zuhörern die Vorteile des Obstbaus bei richtiger Sortenauswahl auch in unserer Höhenlage erklärt. Der Vortrag fand großen Beifall, der damalige Bürgermeister Kempf teilte dann eine Liste aus, wo sich dann 56 Personen eingetragen hatten.

Übersetzung des Textes in unsere aktuelle Schrift, zum Teil mit einem Programm übersetzt:

Obstbauverein Inneringen
gegründet den 13 Januar 1908

Gründung
Einer Anregung des Herrn Lehrer
Stauß in freundlichster Güte entsprechend
veranstaltete die 2. landw. Bezirksstelle
am 15 Dezbr. 1907 im Gasthof zur Sonne
eine Versammlung mit der Tagesordnung
Vortrag des keim Landespomologen
über Obstbau.
Der Herr Referent der sich seines Vortrags
es in meisterhafter und allgemein ver-
ständlicher Weise entledigte, gab in diesem
treffliche Ratschläge und Unterweisungen.
über Anpflanzung und Pflege der Obstbaume
und wies bei richtiger Sortenauswahl und
verständnisvoller vielbewusster Wartung
auf die sichere Rentabilität des Obstbaus
hin, welche Ziele aber am besten erreicht
werden könnten wenn auch hier in dieser
Beziehung der genossenschaftliche Gedanke
Platz greifen, und wie in vielen Gemeinden
Hohenzollerns namentlich in Anbetracht der
günstigen Lage und guten Bodenbeschaffen-
heit in hiesiger Gemeinde ein
Obstbauverein ins Leben gerufen wurde.
Die sehr dankenswerten Ausführungen

des Herrn Landespomologen fanden reichlichen
Beifall, eine vielseilige Unterstützung und dieser
Anregungen, die sofort praktischen Worten gegeben
wurden und von Herrn Bürgermeister Kempf Listen
herumgereicht, in welche sich sofort 56 Anwesende
als Mitglieder des neu zu gründenden Obstbau-
vereins einzeichneten.
Mit diesem ruhmenswerten Erfolge war die
Grundlage zur definitiven Constituierung des
Obstbauvereins geschaffen und fand die dies-
bezügliche unten näher beschriebene Haupt-
versammlung am 15 Januar im Gasthaus
zum Engel statt.

Erste Hauptversammlung des Obstbauvereins
am 13 Januar 1908 im Gasthaus Engel.

Tagesordnung:
1 Wahl des Verstandes.
2 Bestimmung u. Annahme der Statuten.
3 Bestellung eines Vereinsdieners.
4 Aufnahme neuer Mitglieder
5 Verschiedenes

Die Versammlung wurde von Herrn
Lehrer Dorn eröffnet, welcher in gewählten
Worten der Dankbarkeit und freudigen
Stimmung für das zahlreiche Erscheinen
bedankte, und sofort in die Erledigung des
Punkt 1
der Tagesordnung, Wahl der Vorstandsmitglieder
eintrat.
Die Versammlung beschloß von einer
Wahl auch Stimmzettel, wie sie in den
Satzung vorgeschrieben ist abzusehen,
und diese durch Zuruf zu vollziehen. Es wurde ge-
wählt:
Leopold Stauss Lehrer Vorstand
Stellv:
Franz Gauggel Stellvertreter u. Schriftführer
Paul Traub Kassier
Albert Ott. d. Karl. Beisitzer
Karl Ott d. Paul dito
Die Gewählten erklärten sich zur Annahme der Wahl
dankend bereit und geben zugleich die Versprechung,
daß es ihr eifrigstes Bestreben sein werde die Ziele
des Obstbauvereins ganz und voll zu fördern.
Punkt 2
Die projektierten Statuten wurden von
dem neugewählten Verstand verlesen.
und fanden nach wenigen Abänderungen
einstimmige Annahme.
Der Jahresbeitrag wurde auf 1,20 M. fest
gesetzt und soll als Gegenleistung wenn der
Verein über mehr Mittel verfügt, und um
der Obstbaumzucht eine recht intensive Förderung
zu geben, im nächsten Herbst oder dem Frühjahr
kommenden Jahres, jedem Mitglied ein Baum
gratis verabreicht werden.

Punkt 3
Zum Vereinsdiener wurde der Josef Flöss
Küfer vorgeschlagen, welcher unter Dankes-
worten sich auch hierzu bereit erklärte.
Der Lohn des Vereinsdieners wurde für gewöhnliche
Einladung auf eine Mark, wenn
aber mit der Einladung der Einzug verbunden:
ist auf 1.50 M. festgesetzt.
Punkt 4
Zu Punkt 4 hatten sich 5 neue Mitglieder
angemeldet, deren Aufnahme von der
Versammlung bestätigt wurde.
Punkt 5
Der Vorstand leitete eine kleine Besprechung
über Bestellung von Obstbaumen ein.

Die kleine Debatte zeigte, in welcher der Schrift-
führer dem Wunsche Ausdruck gab, man solle sich
unter keinen Umständen auf Experimente ein-
lassen und von solchen Sorten bestellen, welche
die absolute Gewähr bieten, daß die verlangten
Sorten und die unserer Höhenlage entsprechend
sind. Der Verstand drückte seine volle Überein-
stimmung hiermit aus und forderte die Mit-
glieder zu recht zahlreichen Bestellung von Obst-
bäumen auf, auch wurden noch ihm kurze Rat-
schläge über Herstellung von Baumgruben, des
Ausgeitzen und Düngung der Obstbäume ge-
geben.
Mit dem freudigen Bewußtsein, daß in der
heutigen Versammlung sowohl vom volkswirt-
schaftlichen wie vom ideellen Standpunkt aus
ein gleich segenssreiches Werkgeschaffen wurde
und beseelt von dem Wunsche Aller, doch unser
Verein im Geiste treuer Eintracht und der Er-
füllung seiner gemeinnützigen Aufgabe
immerfort wachsen blühen und reichliche Früchte
tragen möge, konnte die erste Hauptversammlung
vom Vorstande geschlossen werden.
der Schriftführer:
Franz Gauggel

Erste Ausschusssitzung am 19 Januar 1904.
Tagesordnung
1) Bestellung einer Vereinszeitung
2) Bestellung von Geräten
3) Anstellung eines Baumwärters
4) Festlegung des Zeitpunktes des Beitragseinzuges
5) Bestellung von Obstbäumen.

Punkt1: Um eine wirklich gute und auch unsern
Verhältnissen vollauf entsprechende
Zeitschrift zu erhalten, sowie unserem
Verein praktische Vorteile sowohl in Rat
und Tat zu sichern, wurde, wie es in den
meisten hohenzollerischen Obstbauvereinen
üblich ist, beschlossen. Der Vorstand, nicht
der ganze Verein tritt der Kostenersparnis
halber für seine Person auf Kosten des Vereines
in den württembergischen Obstbauvereins
ein.
Die Kosten belaufen sich auf jährlich 5 Mark
dafür aber erhält der keinen als Gegen-
leistung das „Württbg. Obstbuche“ und die
Vereinszeitung, der Obstbau Monats-
schrift für Pomologie u. Obstkultur sowie
der Obstfreund Vierteljährerschrift zur
gemeinverständlichen Belehrung über
den Obstbau des Landmanns.
Der Vorstand wurde beauftragt.
Punkt 2.
Verhandlung mit der Firma Kunde & Sohn
Gartenwerkzeug-Fabik in Dressen, wegen
günstigerer Lieferungsbedingungen
bei Bestellung von Geräten einzutreten.
Punkt 3
Unanbetracht der außerordentlichen Be-
deutung dieses Punktes für die hiesige
Obstbaumzucht wurde beschlossen, mit
allen Kräften auf die Gewinnung und
Ausbildung einen Gemeindebaumwertes
einzuwirken und als erster Anfang
durch schnelle Anmeldung ein-
zuladen.

Punkt 4
Der Vereinsbeitrag wird zu Beginn des Rechnungs-
jahres erhoben und aber die Begleichung
nicht zu erschweren, ist auch halbjährige Be-
zahlung gestattet.
Punkt5
Der Punkt 5 wurde der Vorstand ersucht
die ihm gerichtet erscheinende Anfrage
wegen Bestellung der Obstbäume zu stellen
und bei der hohenzollerischen Landesbaum-
schule wegen Erhalt von Obstbäumen an-
zufragen, sowie mit dem Baumschul-
Besitzer Eisele in Bittelschieß. b. Bingen wegen
Vorzugslieferung in Verbindung zu treten.

der Schriftführer:

Franz Gauggel

Zweite Ausschußsitzung den 26 Januar 1908
Tagesordnung

1) Gerätebestellung.
2) Obstbaumbestellung.
3) Gemeindebaumwärterfrage.

Alte Berichte:

Hauptversammlung am 25.06.2022 im Narrenheim in Inneringen

OGLV Inneringen ernennt Paul Reiser und Alois Schubert zu Ehrenmitgliedern

Bei herrlichem Wetter konnte der OGLV Inneringen im Narrenheim alle Vorstandsmitglieder, den KOGL Vorstand Herr Schmittinger, Freunde und Ehrenmitglieder bei der Jahreshauptversammlung begrüßen.

Nach zwei Jahren Corona Pause konnte diese wieder in Präsenz abgehalten werden. Auf der Tagesordnung standen unter anderem auch Wahlen, Ehrungen und eine Satzungsänderung.

Beim Punkt Ehrungen wurden Paul Reiser und Alois Schubert zu Ehrenmitgliedern ernannt. Beiden gilt einen besonderen Dank, da sie über Jahrzehnte in den Beeten in und um Inneringen tätig sind.

Beim Tagesordnungspunkt „Vorschlag zur Satzungsänderung“ erläuterte die Vorstandschaft den Mitgliedern die gewünschten Änderungen. Zukünftig soll es möglich sein, mehrere Vorsitzende zu benennen, zusätzlich  wurden noch einzelne Begriffe und Bezeichnungen angepasst. Ein Gender-Hinweis und auch ein Datenschutzgrundverordnung wurden aufgenommen.

Neuwahlen standen ebenfalls an. Da sich mehrere Personen nicht mehr zur Wahl stellten, gab es große Veränderungen in der Vorstandschaft. Verabschiedet wurden Sabine Maier (Vorsitzende), Heike Teufel (Schriftführerin), Roland Teufel, Reiner Wohlwender und Jürgen Ott (jew. Beisitzer).

Die neue Vorstandschaft setzt sich nun folgendermaßen zusammen: 

Vorsitzende: Sebastian Kleck, Martin Teufel und Christoph Schnizler

Schriftführerin: Sybille Frank ,  Kassier: Simon Teufel

Beisitzer: Heike Birkle, Gerhard Neuburger, Martin Maier, Annett Lehleuter, Christian Reiber, Michael Gluitz

Martin Teufel bedankte sich nach den Wahlen sehr ausführlich bei den ausscheidenden Vorstandsmitgliedern und überreichte noch kleine Präsente.

Sabine Maier und Heike Teufel zeigten zum Abschluss eine sehr schöne Power-Point-Präsentation, in der die Aktivitäten des Vereins aus den vergangenen 18 Jahren ihrer aktiven ehrenamtlichen Tätigkeiten zu sehen waren.

Vereinsausflug am 28.05.2022

Nach 2-jähriger Zwangspause konnte der Jahresausflug unseres Vereins nun endlich wieder stattfinden. Der vollbesetzte Bus machte deutlich, wie wir alle solche gemeinsamen Unternehmungen vermisst hatten.

Früh am Morgen konnten Vorsitzende Sabine Maier und Reiseleiter Martin Teufel 42 Mitglieder und Freunde des Vereins bei strahlendem Frühlingswetter zur Fahrt nach Schömberg und Rottweil begrüßen.

Schömberger Stausee

Wie immer begannen wir unseren Tag mit einem ausgedehnten Frühstück, dieses Jahr im Café Baier in Schömberg.

Gut gestärkt ging es danach an den Schömberger Stausee, um je nach Lust und Laune einen größeren oder kleineren Verdauungsspaziergang um den malerischen See zu machen.

2. Vorsitzender Martin Teufel machte sich mit einigen Mitgliedern auf den Weg  zur nahen Aussichtsplattform, um den gesamten See von oben zu bestaunen, während sich die Männer     zuerst einen „Verdauungsdrink“ gönnten, um sich danach

wieder gemütlich mit ihren Frauen auf der Aussichtsterrasse zu treffen.

Vor der Weiterfahrt blieb noch genügend Zeit für eine kleine Pause und nette Gespräche.

Nach diesem kurzen Zwischenstopp wurden wir bei unserer Ankunft in Rottweil bereits von 2 gestandenen „Wirtsleuten“ zu einer historischen Stadtführung erwartet.

Hierbei wurden wir um 300 Jahre in der Geschichte zurückversetzt. Der 30 – jährige Krieg war zu Ende, eine zunächst friedliche Zeit brach an und die Menschen hofften auf ein besseres Leben.

Vorbei ging es an ehemaligen Patrizierhäusern, den Ordenshäusern der verschiedenen katholischen Ordensgemeinschaften sowie dem ehemaligen Spital zu den Zunfthäusern, den Unterkünften der Handwerker und dem Gesinde. Dabei erzählte uns unser „Wirt“ ausführlich über die Lebensweise sowie Rechte und Pflichten der einzelnen Bewohner.

Die Gottesfürchtigkeit der Rottweiler Bürger und ihre Geschäftstüchtigkeit früher und heute, sieht man hier noch an einem ehemaligen Zunfthaus. 

Dort wo früher die feindlichen Truppen die Stadt belagerten, steht heute der Testturm der Firma Thyssen – Krupp.

Nach diesem informativen Rundgang durch das mittelalterliche Rottweil, hatten wir uns alle die Kaffeepause im Vereinsheim der Gartenfreunde Rottweil verdient und ließen uns dort mit Kaffee und leckeren Kuchen sowie kalten Getränken verwöhnen.

Bei einer Führung durch die Kleingartenanlage des Vereins mit 64 Kleingärten, auf einem Gelände mit einer Größe von insgesamt 2,6 ha, konnten wir die Vielfalt der einzelnen Gärten bewundern.

Liebevoll werden hier die Gärten mit ihren kleinen Lauben bearbeitet und auf die verschiedenste Art und Weise genutzt. Die Nachfrage nach diesen Kleingärten ist so groß, dass es Wartezeiten von mehreren Jahren gibt. Dies, obwohl der Verein eine weitere 2,5 ha große Anlage mit 57 Kleingärten auf der benachbarten Anhöhe betreibt.

Nach der Besichtigung dieser wunderschönen Anlage verabschiedeten wir uns von den Gartenfreunden Rottweil und machten uns auf den Heimweg mit abschließender Einkehr im Brauhaus Zollernalb in Albstadt – Ebingen.